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Zukünftige Angebotsentwicklung auf der Schiene

Neuer Nahverkehrsplan des ZRL fixiert die Eckpunkte für die zukünftige Angebotsentwicklung auf der Schiene

In seinem neuen Nahverkehrplan setzt der für die Planung und Bestellung des Nahverkehrsangebotes auf der Schiene zuständige Zweckverband Ruhr-Lippe die neuen Eckpunkte seiner zukünftigen Angebotsentwicklung.
Hierin sind tragfähige Konzepte für die Zukunft erarbeitet worden, um wichtige Zeichen bezüglich der planerischen Gestaltung der Verkehre, auch weit über die Grenzen hinaus, zu setzen. Diese reichen von den Zielplanungen des Landes Nordrhein-Westfalen (Landesweites Netz und Rhein-Ruhr-Express) bis hin zu den zentralen wichtigen Infrastrukturprojekten an den Hauptstrecken und Knotenbahnhöfen. Vor dem Hintergrund der Mittelkürzungen des Bundes besteht zudem Bedarf, optimale Lösungen für die Sicherstellung eines leistungsfähigen Verkehrsangebotes sowie die Sicherung und den Ausbau der Bahnhofs- und Schieneninfrastruktur zu finden.

Aus der Sicht des ZRL, dem größten Mitgliedsverband des Anfang des Jahres gegründeten Dachzweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), stellt der Nahverkehrsplan die entscheidende planerische Grundlage der nächsten Jahre dar, wie der Verkehr weiterentwickelt werden soll. Schon aufgrund der räumlichen Auswirkungen setzen diese Planungen damit auch Akzente für ganz Westfalen-Lippe.

Wichtigste Maßnahmen

Die wichtigsten Maßnahmen der nächsten Jahre dabei sind:

Schnellstmögliche Rücknahme der Kürzungsmaßnahmen 

  • RB 91, Hagen – Iserlohn/Siegen: auch an Sonn- und Feiertagen Bedienung der Strecke mit zwei Zügen pro Stunde (wie früher),
  • RE 13, Hamm – Unna – Hagen – Düsseldorf – Venlo: täglich wieder die letzte Fahrt gegen 19 Uhr aus Richtung Düsseldorf sowie samstags und sonntags morgens früheres Einsetzen der Direktverbindung,
  • RE 11, Düsseldorf – Hamm – Paderborn: Auffüllen der morgendlichen Fahrplanlücke, damit montags bis freitags durchgängiger 2-Stunden-Takt wieder möglich ist,
  • RE 17, Hagen – Warburg: Wiedereinführung des ersten und letzten Zuges von Bestwig nach Warburg (Westf) zum Zwecke der Ausweitung der Bedienung in diesem Abschnitt morgens und abends jeweils um eine Stunde,
  • RE 57, von Winterberg nach Dortmund: Wiedereinführung des letzten Zuges umsteigefrei von Winterberg (Westf) nach Dortmund,
  • RB 59, Soest – Unna – Dortmund: Wiedereinführung des 30-Minuten-Taktes an Samstagen.

Optimierung der Verkehre in der Schwachverkehrszeit

Ausweitung der täglichen Abendverkehre bis gegen 24 Uhr auf den Linien:

  • RE 6, von Hamm nach Bielefeld,
  • RB 51, Dortmund – Lünen – Selm – Coesfeld,
  • RB 52, Dortmund – Hagen – Lüdenscheid,
  • RB 53, Dortmund – Schwerte – Iserlohn,
  • RB 54, Abschnitt Unna – Fröndenberg – Menden,
  • RE 57, von Dortmund nach Bestwig,
  • RB 89, von Paderborn nach Hamm,
  • RB 91, von Siegen nach Hagen. 

Aufbau eines systematischen Nachtverkehrs in den Nächten von Freitag auf Samstag sowie Samstag auf Sonntag

Ziel ist es, ausgehend von Dortmund (mit den Linien RE 57, RB 50, RB 51, RB 52, RB 53 und RB 59), Hamm (mit den Linien RE 6, RE 7 und RB 89), Hagen (mit den Linien RE 7, RB 52 und RB 91) und Münster (mit den Linien RE 7, RB 50 und RB 89) an den Wochenendnächten den wachsenden Bedürfnissen im Nachtverkehr, bis gegen 2 Uhr (Abfahrt an den Knoten) in die Region zurückfahren zu können, mit Angebotsausdehnung nachzukommen.

Aufwertung des RE 11, Düsseldorf – Hamm – Paderborn

... am Wochenende, zur täglich verkehrenden Linie. 

Prüfung von Expressfahrten im Berufsverkehr

Dabei soll geprüft werden ob im morgendlichen Berufsverkehr einzelne Fahrten (zum Beispiel die bisher zum morgendlichen 30-Minuten-Takt verdichtenden Fahrten der RB 53) als Expressfahrten mehr Fahrgäste erreichen würden, als bisher:

  • RB 53, Abschnitt Iserlohn – Schwerte,
  • S 4, von Unna nach Dortmund Stadthaus.
Zusammen ergeben diese zusätzlichen Leistungen im ZRL einen Umfang von circa 1 Million Zugkilometer (Zkm) pro Jahr. Dies bedeutet eine Leistungssteigerung von circa 10 %. Aufgrund der Linienführungen sowie der Lage im Raum sind jedoch bei nahezu allen Maßnahmen stets auch die Nachbarzweckverbände mit betroffen. Alleine im Bereich des NWL würden die 10 % mehr im ZRL weitere 460.000 Zkm/Jahr, im benachbarten VRR zudem noch einmal weitere 940.000 Zkm/Jahr zusätzlich erforderlich machen. Dies zeigt sehr deutlich, dass die Umsetzung fast aller Maßnahmen nur in Absprache und Mitfinanzierung der Nachbarräume möglich sein wird.

Neben den konkreten linienbezogenen Planungen werden im Nahverkehrsplan zudem für zahlreiche Strecken grundsätzliche Zielplanungen aufgezeigt. Gerade vor dem Hintergrund zahlreicher anstehender überregionalen Planungen und Konzepte (z. B. Rhein-Ruhr-Express) sind hier die ureignen Bedürfnisse des Raumes Ruhr-Lippe mit eingeflossen. Ohne Ausbau der Infrastruktur sind einige der Maßnahmen nicht umsetzbar.

Zielplanungen für die Strecken

Die Zielplanungen sehen für die Strecken wie folgt aus:

Hamm – Bielefeld

Stufenweise Taktverdichtung mit dem Ziel einer RegionalBahn im 30-Minuten-Takt sowie eines schnelles Regionalzuges (RE 6, später gegebenenfalls Rhein-Ruhr-Express) im 60-Minuten-Takt (auch ohne Infrastrukturausbau möglich).

Dortmund – Lünen – Münster

Nach zweigleisigem Ausbau die Einführung eines schnellen Regionalzuges (RegionalExpress, gegebenenfalls Rhein-Ruhr-Express) im 60-Minuten-Takt mit den Halten Dortmund Hbf, Preußen, Lünen Hbf, Werne an der Lippe, Ascheberg (Westf) und Münster (Münster) Hbf.

Dortmund – Kamen – Hamm

Die Zielplanung sieht zwischen Dortmund Hbf und Hamm (Westf) zwei langsame Leistungen im 30-Minuten-Takt mit allen Unterwegshalten sowie zwei sich zum 30-Minuten-Takt ergänzende schnelle Leistungen mit Halt in Kamen (RegionalExpress beziehungsweise Rhein-Ruhr-Express) vor, die aus dem Ruhrgebiet kommen und weiter umsteigefrei in Richtung Bielefeld und Paderborn durchgebunden sein sollen. Das Gesamtsystem soll in Zukunft mit allen vier Linien Bestandteil des RRX-Konzeptes sein.

Mitte-Deutschland-Verbindung

Ziel ist der Erhalt des Fernverkehrs, mindestens jedoch auf dem Niveau vor dessen Kürzungen, dass heißt wieder täglich im durchgängigen 2-Stunden-Takt (inklusive der Wiedereinführung der gestrichenen Früh- und Spätzüge am Tagesrand).

Ausweitung der Verbindungen nach Kassel, dass heißt erste Ankünfte dort gegen 7 Uhr, letzte Abfahrten dort gegen 22 Uhr.

In Abhängigkeit von den Entwicklungen im Fernverkehr muss rechtzeitig vor Auslaufen der Verkehrsverträge der RB 89 (Ende 2018) sowie unter anderem des RE 17 (spätestens Ende 2015) geprüft werden, ob ein Flügelzugsystem mit Regionalverkehrslinien (gemeinsame Fahrt Kassel – Warburg, dann getrennt der RE 17 nach Hagen und die RB 89 – oder der RE 11 – Richtung Paderborn) alle zwei oder jede Stunde die Anbindung der Region an den Fernverkehrsbahnhof Kassel-Wilhelmshöhe verbessern kann.

Hagen – Warburg – Kassel

Die RE 17 ist als umsteigefreie Linie mindestens alle zwei Stunden nach Kassel-Wilhelmshöhe zu erhalten. Dabei sind Möglichkeiten zur Beschleunigung zu prüfen.



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Fahrplan- und Tarifauskunft

Ansprechpartner

Zweckverband Ruhr-Lippe

Victoria Passmann/Uli Beele
Friedrich-Ebert-Straße 19
59425 Unna
Telefon: 02303 25316-21
Telefax: 02303 25316-99
E-Mail: passmann@zrl.de