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Rubrikgrafik Aktuelles

Entwicklung der Infrastruktur

Entwicklung der Infrastruktur bleibt zentrales Thema im ZRL

Grundlage eines qualitativ hochwertigen Angebotes im Schienenpersonennahverkehr ist eine funktionsfähige Schieneninfrastruktur. Daher wird das Thema Zustand, Erhaltung sowie Entwicklung des Netzes und der Bahnhöfe der Schwerpunkt der nächsten Jahre sein. Für die Nutzung der Verkehrsinfrastruktur werden von den Infrastrukturunternehmen der Deutschen Bahn AG Nutzungsgebühren erhoben, die im Raum Ruhr-Lippe im Jahr 2007 circa 57 Millionen Euro betragen haben.

Pressemitteilung

Streckeninfrastruktur

Im Zusammenhang mit dem Börsengang der Deutschen Bahn AG sind die Befürchtungen der Aufgabenträger groß, dass Investitionen in die Strecken mit regionalem Charakter nicht mehr ausreichend fließen werden. Ob die Sanierung und die Erhaltung der Infrastruktur aufgrund der zunehmenden Belastungen im Gesamtschienenverkehr in ausreichendem Umfang gewährt sein werden, bedarf der besonderen Beobachtung und Kontrolle der Aufgabenträger. Daher empfiehlt der ZRL auch im Rahmen der Aufstellung des Nahverkehrsplans dem Dachzweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), einen Netzzustandsbericht aufzustellen und kontinuierlich fortzuschreiben, um ein Frühwarnsystem für Defizite im Netzbereich aufzubauen.

Wichtig für die Zukunft der Infrastruktur im ZRL wird es sein, die in den unterschiedlichen Planwerken enthaltenen Ausbaumaßnahmen umzusetzen. Dass dafür ein langer Atem erforderlich ist, belegen die letzten Jahre. Neben zahlreichen bestandsichernden Maßnahmen, wie der weit vorangeschrittenen Oberbausanierung auf der Oberen Ruhrtalbahn Hagen – Warburg oder der Hellweg-Bahn Unna – Soest, wurden auch einzelne punktuelle Verbesserungen realisiert. Durch die Wiederinbetriebnahme der „Schwerter Kurve" können die Züge aus dem Sauerland direkt und in attraktiven Reisezeiten das Oberzentrum Dortmund anfahren; durch den Bau einer neuen Flügelungsanlage in Letmathe wird Iserlohn öfter und direkter an die Oberzentren Hagen, Bochum und Essen abgebunden.

Bei den überregionalen Ausbaumaßnahmen sind im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) die Strecken Hagen – Gießen (Teilprojekte im vordringlichen Bedarf bis 2015 und im weiteren Bedarf ab 2015), der Ausbau der Strecke Lünen – Münster, auch im Zusammenhang mit den Planungen zum Rhein-Ruhr-Express, im vordringlichen Bedarf sowie die Strecke Hagen – Warburg im weiteren Bedarf enthalten. Bis 2015 sollen weiterhin noch ausstehende Bahnübergangsbeseitigungen in der Relation Dortmund – Paderborn umgesetzt werden. Bisher nicht platziert ist der dringend notwendige Ausbau der Strecke Dortmund – Kamen – Hamm, da der Ausbaubedarf nach Auffassung des Bundes durch den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und nicht durch den Fern- oder Güterverkehr verursacht wird. Der ZRL setzt sich für die Aufnahme des Streckenausbaus in die Fortschreibung künftiger Ausbaupläne als Gemeinschaftsprojekt von Bund und Land ein und fordert eine Untersuchung des Gesamtprojektes im Vorfeld der Fortschreibung des BVWP zur Ermittlung von realistischen Ausbauvarianten und Kosten. Insbesondere im Rahmen der ersten Stufe steht der Ausbau des für Nordrhein-Westfalen wichtigen Knotenbahnhofs Hamm (Westf) im ZRL auf der Prioritätenliste ganz oben.

Wiederaufnahme der Schienenverkehre

Bezüglich der Wiederaufnahme von Schienenverkehren zeigt der Nahverkehrsplan des ZRL eine klare Perspektive für den Teilabschnitt in der Relation Köln – Gummersbach – Marienheide bis nach Meinerzhagen auf. So soll dieser Teilabschnitt in die Neuausschreibung des Dieselnetzes Köln (Betriebsaufnahme 2013) integriert werden. Neben dem bereits sanierten Oberbau müssen bis zu diesem Zeitpunkt die Bahnübergänge technisch gesichert werden und der Bahnhof Meinerzhagen wiederhergestellt sein.

Auch das Projekt Wiederaufnahme des SPNV nach Brilon Stadt bleibt vordringliches Ziel des ZRL. Im Rahmen der Überlegungen einer Anbindung des Regionalflughafens Paderborn an den SPNV wird die Notwendigkeit einer Reaktivierung dieses Teilstücks verstärkt. Zur Realisierung sind einmalige investive Mittel von knapp 1 Million Euro erforderlich sowie circa 1,5 Millionen Euro jährlich für die Betriebskosten. Die Mittelkürzungen des Bundes machten bisher eine Umsetzung der Planungsüberlegungen nicht möglich. Beeinträchtigt werden die Planungen auch durch das vom Nachbaraufgabenträger NVV beschlossene Ende der Reaktivierungsüberlegungen für den angrenzenden Linienabschnitt (Brilon Wald –) Korbach – Frankenberg.

Bahnhofsinfrastruktur

Bundesweit stimmen die Aufgabenträger darin überein, dass das Stationspreissystem transparenter gestaltet werden muss. Entsprechende Eingaben bei der Bundesnetzagentur sind bereits erfolgt.

Sehr positiv stellt sich die Entwicklung bei den Verkehrsstationen dar. Im Schienenverkehr übernehmen die Bahnhöfe eine äußerst wichtige Rolle. Sie sind die Visitenkarte der Städte. So entscheidet nicht allein der Zustand der Bahnsteiganlagen, sondern in hohem Maße auch das Bahnhofsumfeld über die Attraktivität des Bahnhofes. Im Rahmen einer vom Land initiierten "Modernisierungsoffensive Bahnhöfe" konnten insbesondere die Bahnhöfe entlang der Hellwegstrecke Hamm – Paderborn – der Umbau des Bahnhofs Soest befindet sich in der Realisierungsphase – und weitere einzelne Stationen wie Werne an der Lippe, Werdohl und Plettenberg neu gestaltet werden. Durch die Finanzierung und Umsetzung zahlreicher kleinteiliger Maßnahmen konnte das Erscheinungsbild und die Funktionalität der Verkehrsstationen vielfach verbessert werden. Die Maßnahmen reichen von Informationssäulen für die Fahrgäste über Wetter- und Windschutzeinrichtungen bis zu Informationsvitrinen und ergänzender Beschilderung. Besondere Beachtung fand dabei das innovative neue Konzept zur Anzeige von „Ist-Daten" (Ankündigung von minutengenauen Zugverspätungen) im Rahmen eines ersten Pilotversuches auf insgesamt sieben Stationen im Raum Ruhr-Lippe. Zwölf weitere größere Bahnhöfe im ZRL sollen nach Auswertung der Erprobungsphase zusätzlich ausgestattet werden.

Sehr hohe Priorität hat beim Ausbau der Verkehrsstationen die Barrierefreiheit, die aus Sicht des ZRL erst dann gegeben ist, wenn drei wesentliche Kriterien erfüllt sind:

  • angemessener barrierefreier Zugang zu allen Bahnsteigen einer Station,
  • behindertengerechte Höhe der Bahnsteige (Standard in Nordrhein-Westfalen: Bahnsteighöhe für die Züge des Regionalverkehrs 76 cm, im S-Bahn-Verkehr 96 cm),
  • Fahrzeuge mit einer Bodenhöhe im Einstiegsbereich von 80 cm (gegebenenfalls mit automatischer Spaltüberbrückung).

Von den insgesamt 79 Stationen werden in Kürze circa 25 % komplett diesen Kriterien entsprechen. Circa 50 % der Stationen sind bedingt barrierefrei erreichbar, oft ist hier die Bahnsteighöhe noch nicht ausreichend. Die Zahlen belegen, dass hier weiter enormer Nachholbedarf besteht. Erschwert wird die Situation dadurch, dass für diese kostenintensiven Maßnahmen die vom Eisenbahnbundesamt definierte Schwelle für die Förderfähigkeit notwendiger Ausbaumaßnahmen bei mindestens 1.000 Ein-/Aussteigern liegt, die bei kleineren Stationen kaum erreichbar ist.

Unter Berücksichtigung der Barrierefreiheit und des sonstigen Ausstattungs- und Erscheinungsbildes der Verkehrsstationen bestehen nach wie vor zahlreiche Ausbaunotwendigkeiten im Raum Ruhr-Lippe. Teilweise sind Maßnahmen bereits in Förderprogrammen vorgesehen (siehe Anlage).

Die Einrichtung neuer zusätzlicher Haltpunkte im Raum Ruhr-Lippe ist bedingt durch die Struktur der vielfach überregionalen schnellen Linien schwierig und setzt auch ein entsprechendes Engagement der Kommunen voraus, da nicht alle Kosten förderfähig sind. Vordringlich sollen in den nächsten Jahren die Stationen Hamm-Westtünnen an der Hellwegstrecke und Lünen-Alstedde an der Westmünsterland-Bahn realisiert werden.

Anlagen

ZRL-Maßnahmen in Umsetzung:

Station
Maßnahmen
Meschede
Neubau des Empfangsgebäudes, Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes, neue Treppe zum Tunnel.
Olsberg
Komplette Neugestaltung des Bahnhofsareals mit ZOB und Verlegung der Kreisstraße, neuer Tunnel, neuer Aufzug. Die Bahnsteigerhöhung ist trotz außerordentlich hohem Aufkommen von Behinderten (Olsberg ist Standort von sehr vielen Behinderteneinrichtungen) noch nicht gesichert.
Bestwig
Planung eines neuen Außenbahnsteiges mit Zugang über den Bahnübergang. Aus Sicht des ZRL ergänzende Tunnel und Brücke zur Vermeidung langer Wege sinnvoll.
Lüdenscheid
Verlegung des Haltepunktes in Richtung Stadtmitte in Verbindung mit einer neuen Bus-Schiene-Verknüpfung und Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes.
Unna
Umgestaltung des ZOB.
Schwerte (Ruhr)
Umgestaltung des ZOB, Park & Ride, Radstation.
Bockum-Hövel
Umfassende Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes: Park & Ride-Plätze, überdachte Bike & Ride-Plätze, verbesserte Busanbindung etc.
Heessen
Umfassende Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes: Park & Ride-Plätze, überdachte Bike & Ride-Plätze, eine Rampe in die Fußgängerunterführung ist vorgesehen.
HolzwickedeTunnelsanierung, Sanierung des Mittelbahnsteiges und des Daches. Weiterhin erforderlich sind allerdings Aufzüge und ein Tunneldurchstich sowie angemessene Wartebereiche.
Altena (Westf)
Bahnsteigerhöhung, Aufzüge, Dachsanierung. Eine direkte Wegeverbindung zur Stadtmitte über eine neue Brücke wäre sinnvoll.

Außerdem besteht im ZRL weiterer vordringlicher Ausbaubedarf an den nachfolgenden Stationen:

Station
Maßnahmen
Menden (Sauerland)
Schienengleicher Zugang als Ersatz für den Tunnel, Dachsanierung, neue Ausstattung.
Schwerte (Ruhr)Bahnsteigerhöhung, Aufzüge, Dachsanierung, Sanierung der Wartehalle.
Holzwickede
Aufzüge, Tunneldurchstich, angemessener Wartebereich (Flughafenbahnhof).
Olsberg
Bahnsteigerhöhung auf 76 cm, neue Bahnsteigausstattung, Dachsanierung.
Meschede
Schienengleicher Zugang zu den geplanten Park & Ride-Plätzen nördlich der Gleise; Aufzüge, Erhöhung Haus- und Mittelbahnsteig, neue Bahnsteigausstattung.
Wickede (Ruhr)
Neuer Außenbahnsteig.
Freienohl
Bahnsteigerhöhung, neuer Außenbahnsteig, neuer Tunnel, Aufzug.
Arnsberg (Westf)
Bahnsteigerhöhung, Aufzüge, Umgestaltzung des Umfeldes.
Neheim-Hüsten
Bahnsteigerhöhung, Verbreiterung des Mittelbahnsteiges (Rückbau von Gütergleisen, Verschwenkung des Gleises Richtung Meschede), neue Brücke, Aufzüge, Umgestaltung des Umfeldes.
Bestwig
Neuer Außenbahnsteig mit Brücke ohne Aufzüge (barrierefreier Zugang über Bahnübergang).

Fahrplan- und Tarifauskunft

Ansprechpartner

Zweckverband Ruhr-Lippe

Victoria Passmann/Uli Beele
Friedrich-Ebert-Straße 19
59425 Unna
Telefon: 02303 25316-21
Telefax: 02303 25316-99
E-Mail: passmann@zrl.de