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Loveparade 2008

Loveparade 2008 - NRW-Nahverkehr im Ausnahmezustand

Dortmund erwartet am 19. Juli über 1 Million Besucher, starke Beeinträchtigungen für die Normalreisenden sind zu erwarten.

Am 19. Juli 2008 wird in Dortmund die Loveparade, eine der bedeutendsten Musikveranstaltungen der Welt, stattfinden. Der Umzug der Loveparade wird auf der B 1 zwischen Westfalenhalle und Märkische Straße durchgeführt. Hierzu werden bei entsprechend gutem Wetter circa 1 Million Besucher erwartet, die erfahrungsgemäß zum überwiegenden Teil (circa 80-90 %) mit dem öffentlichen Nahverkehr anreisen werden. Um diese Massen, die an einem einzigen Tag in einem relativ kurzen Zeitfenster sehr geballt und nahezu gleichzeitig Busse und Bahnen nutzen wollen, zum Zentrum der Veranstaltung an der Westfalenhalle bringen zu können, sind enorme logistische Leistungen im ÖPNV/SPNV zu erbringen.

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen, die man mit der Loveparade 2007 in Essen und den WM-Großveranstaltungen in Dortmund gemacht hat, wurde ein außergewöhnliches, ganz speziell auf diese Veranstaltung ausgerichtetes Verkehrskonzept entwickelt. Die Detailplanungen für die Beförderung der Loveparade-Besucher aus Westfalen hat dabei der Zweckverband Ruhr-Lippe (ZRL) zusammen mit den westfälischen Nachbaraufgabenträgern und in enger Abstimmung mit dem VRR übernommen.

Das nur für diesen einen Tag konzipierte Loveparade-Verkehrskonzept lässt sich in aller Kürze folgendermaßen beschreiben:

  • Massive Ausweitung des Fahrplanangebots auf allen auf Dortmund zulaufenden Strecken sowie auf wichtigen überregionalen Strecken (mehr als 500 Sonderzüge werden im Einsatz sein sowie Reservezüge zur Entlastung). Es wird davon ausgegangen, dass die Anreise etwa um 10 Uhr beginnt und sich bis circa 19 Uhr erstreckt. Die Abreise setzt dann schon ab 16 Uhr ein und wird bis tief in die Nacht hinein andauern. Dementsprechend werden bis mindestens 3 Uhr Rückfahrtmöglichkeiten angeboten, auf mehreren Relationen die ganze Nacht hindurch.
  • Verteilung der Besucherströme aus den verschiedenen Richtungen auf insgesamt vier Bahnhöfe im Dortmunder Stadtgebiet (DO Hbf, DO-Hörde, DO Stadthaus, DO Möllerbrücke), Sperrung der Eisenbahnstrecke zwischen DO-Hörde, DO Signal-Iduna-Park und DO Hbf, so dass die Züge der RB 53, 59 und des RE 57 in DO-Hörde enden. Die RB 52 aus Lüdenscheid endet in Hagen, von dort aus pendeln im 10-Minuten-Takt die Züge über Witten zum Dortmunder Hauptbahnhof. Alle Züge der S 4 (östlicher Linienabschnitt) verkehren nur im Abschnitt Unna-Königsborn - DO Stadthaus, somit wird der Bahnhof Unna von der S 4 nicht angefahren. Zwischen Unna und Unna-Königsborn verkehren dann nur Busse.
  • Trennung der ankommenden und abfahrenden Reisenden nach Richtungen für einen reibungslosen Fahrgastfluss in den Endbahnhöfen und Einführung eines farbbasierten Wegeleitungskonzeptes bei der Abreise (Grundsatz: Abreise erfolgt vom Anreisebahnhof).
  • Sehr starke Präsenz von Personal zur Reisendenlenkung an den Bahnhöfen.

Mit dem erarbeiteten Verkehrskonzept ist es möglich, innerhalb einer Stunde bis zu 60.000 Reisende über die vier Dortmunder Bahnhöfe zur Loveparade zu befördern.

Berufspendler und alle anderen Reisenden müssen sich an diesem Tag auf Verspätungen und Anschlussverluste einrichten, die Fahrten mit dem ÖPNV im Nahbereich von Dortmund sollten aus diesem Grunde nach Möglichkeit vermieden werden. Reisende, die den Dortmunder Hauptbahnhof anfahren, müssen neben extrem vollen Zügen auch mit sehr langen Wartezeiten rechnen, wenn sie weiter in Richtung Ruhrgebiet fahren wollen.

Der SPNV im Raum Ruhr-Lippe wird durch mehrere Baustellen im Schienennetz beeinträchtigt. Die größten Auswirkungen wird es im Abschnitt Dortmund - Lünen durch die Komplettsperrung der Strecke geben. Hier wird ein sehr umfangreicher und leistungsfähiger Schienenersatzverkehr eingerichtet, so dass sich die Fahrtzeiten erheblich verlängern.

Auch an den Bahnhöfen Kamen-Methler und Nordbögge wird es Ersatzverkehr geben, da an diesen Bahnhöfen aus fahrplantechnischen Gründen die im 10-Minuten-Takt fahrenden Sonderzüge zwischen Dortmund und Hamm nicht halten können.

Marsberg und Warburg können über die Obere Ruhrtalbahn (RE 17) aufgrund einer Baustelle zwischen Brilon Wald und Marsberg nicht direkt mit dem Zug erreicht werden. Hier wird ebenfalls Schienenersatzverkehr eingerichtet. Damit verbleibt in Richtung Kassel nur über Paderborn eine reine Zugverbindung von und nach Dortmund.

Die Züge des Fernverkehrs werden den Dortmunder Hauptbahnhof am 19. Juli 2008 nicht bedienen. Sie werden großräumig umgeleitet. Hierdurch soll die Übertragung von Verspätungen durch die Loveparade-Verkehre auf den bundesweiten Fernverkehr weitgehend vermieden werden. Außerdem stehen damit auf den Streckenabschnitten im Bereich Dortmund deutlich mehr der dringend benötigten Trassen für Nahverkehrszüge zur Verfügung.

Infos über aktuelle Entwicklungen gibt es unter www.zrl.de.



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