Rhenus Keolis erhält Zuschlag für das Maas-Rhein-Lippe-Netz
Nachdem der Vergabeausschuss des VRR und die Verbandsversammlung Ruhr-Lippe bereits im März 2007 über die beabsichtigte Vergabe im Maas-Rhein-Lippe-Netz entschieden hatten, konnte wegen verschiedener Einsprüche bislang kein Zuschlag erteilt werden. Inzwischen ist die Entscheidung rechtskräftig bestätigt, so dass die Zuschlagserteilung nunmehr vollzogen ist.
Zum Maas-Rhein-Lippe-Netz gehören die Linien RE 3, Rhein-Emscher-Express, Düsseldorf – Oberhausen – Dortmund – Hamm, und RE 13, Maas-Wupper-Express, Venlo – Mönchengladbach – Düsseldorf – Hagen – Hamm. Damit wurden jährliche Betriebsleistungen von rund 3,2 Millionen Zugkilometer (Zkm) vergeben, davon 600.000 Zkm im Raum Ruhr-Lippe.
Rhenus Keolis wird den Betrieb des Netzes ab Dezember 2009 aufnehmen und neue, moderne Elektrotriebwagen zum Einsatz bringen. Die Laufzeit des Vertrages beträgt 16 Jahre. Das gesamte Vertragsvolumen umfasst rund 600 Millionen Euro.
Grundlage für den Zuschlag waren der optimale Mix von Preis und Qualität, wobei der Preis mit 90 % und die Qualität mit 10 % bewertet wurden. „Wir sind froh, dass der Zuschlag nun final erteilt werden konnte und sich Rhenus Keolis auf die Betriebsaufnahme im Maas-Rhein-Lippe-Netz vorbereiten kann” erklärt Martin Husmann, Vorstandsprecher des VRR. „Durch den Einsatz neuer qualitativ hochwertiger Elektrotriebwagen gehen wir davon aus, dass die Qualität der SPNV-Linien für die Fahrgäste deutlich verbessert wird”, ergänzt Burkhard Bastisch, Geschäftsführer des ZRL.
Die Rhenus Keolis GmbH & Co. KG, mit Geschäftssitz in Mainz, hat erst vor kurzem das Vergabeverfahren zum Hellweg-Netz mit der RB 50, Dortmund – Lünen – Münster, der RB 59, Dortmund – Unna – Soest, der RB 69 Münster – Hamm – Bielefeld und der RB 89 Münster – Hamm – Paderborn – Warburg, für sich entschieden. Außerdem betreibt das Unternehmen unter der Marke „eurobahn” verschiedene Linien im Schienenpersonennahverkehr (unter anderem die Strecken Bielefeld – Rahden und Bielefeld – Lemgo). Zusammen mit dem Maas-Rhein-Lippe-Netz wird Rhenus Keolis dann rund 10 Millionen Zkm in Nordrhein-Westfalen (NRW) betreiben und damit 10 % der gesamten SPNV-Leistungen. Nach der DB Regio NRW ist Rhenus Keolis damit das zweitgrößte SPNV-Unternehmen in NRW.
Das Unternehmen hat bereits angekündigt, dass am Standort Hamm ein Werkstattneubau für die Wartung von dann mehr als 40 neuen elektrischen Triebwagen entstehen wird.
VRR und ZRL erhoffen sich von dieser Vergabeentscheidung, dass die Qualität des Verkehrsangebotes weiterhin gesteigert werden kann bei gleichzeitig stabilem beziehungsweise reduziertem Einsatz von Finanzmitteln.

