Landschaft im SPNV im Raum Ruhr-Lippe wird bunter
Das Jahr 2005 war das erste Betriebsjahr für die Westmünsterlandbahn Dortmund - Lünen - Coesfeld - Enschede (Prignitzer Eisenbahn) sowie für das Sauerland-Netz (SPNV- Linien von Dortmund nach Lüdenscheid, Iserlohn, Winterberg und von Unna nach Neuenrade). Die neuen Fahrzeuge tragen maßgeblich zu einer qualitativen Verbesserung dieser Linien bei und auch die Fahrplanstabilität konnte gesteigert werden. Einzig die Linie Dortmund - Winterberg liegt im Jahresmittel noch hinter den Zielwerten zurück.
Eine wichtige Entscheidung fiel im Frühjahr 2006 im Ruhr-Sieg-Netz. Das unter der Federführung des ZRL gemeinsam mit dem ZWS und dem VRR durchgeführte Vergabeverfahren um insgesamt 3,7 Mio. Zugkilometer (davon 1,0 Mio. Zugkm im ZRL) wurde mit dem Zuschlag für die Firma Abellio, die ihren Ursprung in der Essener Verkehrs-AG EVAG hat, beendet. Mit insgesamt 17 neuen Elektrotriebwagen des Typs Flirt der Schweizer Firma Stadler wird das neue Unternehmen im Dezember 2007 den Betrieb aufnehmen. Mit der Betriebsaufnahme wird auch die Bedienungskonzeption angepasst. Durch eine durch ZRL und VRR gemeinsam finanzierte "Flügelungsanlage" im Bahnhof Letmathe soll Iserlohn künftig grundsätzlich direkt und ohne Umstieg an Hagen bzw. Essen angebunden werden.
Wichtige Entscheidungen stehen im Frühjahr 2006 für das bisher größte Verfahren in NRW an. Mit insgesamt 5,6 Mio. Zugkilometern (davon 2,9 Mio. Zugkm im ZRL) wird über das Hellweg-Netz mit den Linien
- RB 50 "Der Lünener" (Dortmund - Lünen - Münster)
- RB 59 "Hellweg-Bahn" (Dortmund - Unna - Soest)
- RB 69 "Westfalen-Bahn" (Münster - Hamm - Bielefeld)
- RB 89 "Westfalen-Bahn" (Münster - Hamm - Paderborn - Warburg) entschieden.
Die Betriebsaufnahme ist für Dezember 2008 vorgesehen.
Ein Jahr später soll das Maas-Rhein-Lippe Netz mit den Linien
- RE 3 "Rhein-Emscher-Express" (Hamm - Dortmund - Gelsenkirchen - Oberhausen - Düsseldorf) und
- RE 13 "Maas-Wupper-Express" ( Hamm - Unna - Hagen - Wuppertal - Düsseldorf - Mönchengladbach - Venlo)
Mit großer Sorge beobachtet die Zweckverbände die Kürzungsdiskussion um die Regionalisierungsmittel des Bundes auch vor dem Hintergrund des Wettbewerbs. Der Wettbewerb im Schienenverkehr, einer der tragenden Säulen der Bahnstrukturreform, benötigt einen verlässlichen Finanzierungsrahmen. Die derzeit diskutierten Mittelkürzungen stellen die in der Vergangenheit erzielten und weiter geplanten Erfolge in Frage.

