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Verkehrsvertrag zwischen ZRL und DB Regio NRW

Verkehrsvertrag zwischen ZRL und DB Regio NRW bis 2015 vereinbart

Die 5 westfälischen Zweckverbände (Ostwestfalen-Lippe, Münsterland, Paderborn-Höxter, Westfalen-Süd und Ruhr-Lippe) als Aufgabenträger für den SPNV haben am 03.05.05 in Olpe die Verkehrsverträge mit gleich lautenden Inhalten mit der DB Regio NRW unterzeichnet. Damit ist der Verkehr bis zum Fahrplanwechsel Dezember 2015 vertraglich vereinbart.

Nach 2-jährigen Verhandlungen über zukünftige Qualität, Investitionen und die Weiterentwicklung des Wettbewerbs im SPNV ist wieder Planungssicherheit erzielt worden. Für den ZRL ist dieser Vertrag von besonderer Bedeutung, weil damit auch die Schnittstelle zum bestehenden 15-Jahres Verkehrsvertrag im VRR geschlossen werden konnte. Die Verhandlungen waren allerdings für beide Seiten nicht ganz einfach, nachdem im Herbst 2003 die Qualität den niedrigsten Stand seit Jahren erreicht hatte und das bereits 2002 eingeführte neue Triebwagenmaterial im elektrischen Netz nicht die Erwartungen erfüllen konnte. Mehrfach mussten Fahrpläne vor allem im Raum Ruhr-Lippe mit negativen Folgen für die Fahrgäste verändert werden.

Deshalb haben die westfälischen Zweckverbände den Vertragsverhandlungen ein Wettbewerbskonzept mit zeitlich gestaffelten Inbetriebnahmen von Teilnetzen in den nächsten Jahren vorangestellt, das nun auch Bestandteil des Verkehrsvertrages geworden ist. Danach sollen bereits vorzeitig im ZRL bis 2010 von den verhandelten jährlichen 8,2 Mio. Zugkm 6,1 Mio. Zugkm in den Wettbewerb gehen, so dass durch den DB-Vertrag mittelfristig nur noch 20 % der Gesamtleistungen abgedeckt werden. Bereits heute sind weitere 2,3 Mio. Zugkm (Sauerland-Netz und Westmünsterlandbahn) im Rahmen von Wettbewerbsverfahren an die DB Regio NRW und die Prignitzer Eisenbahn vergeben.

In der Vorbereitung bzw. Durchführung befinden sich die Verfahren:

  • Ruhr-Sieg-Netz (RE 16, RB 40, RB 56 und RB 91)
  • Maas-Rhein-Lippe-Netz (RE 3 und RE 13)
  • Hellweg-Netz (RB 50, RB 59, RB 69 und RB 89)

"Der Zweckverband, so der Geschäftsführer des ZRL Burkhard Bastisch, verspricht sich von diesen Verfahren in erster Linie eine wesentlich bessere Ausstattung der Linien mit Zugmaterial und Fahrzeuge mit besserer Fahrplanstabilität". Denn auf manchen Linien wie z. B. der RB 59 zwischen Dortmund und Soest, der RE 13 Hamm - Venlo oder der RE 3 Hamm - Düsseldorf verkehrt das älteste Wagenmaterial von DB Regio NRW.

Investitionen in neue Fahrzeuge seitens DB Regio NRW konnten nur für die RE 11 "Rhein-Hellweg-Express" ab Fahrplan 2008 mit Lokomotiven der Baureihe 112 und 16 Doppelstockwagen neuester Bauart auf der Strecke Dortmund - Hamm - Paderborn sowie für die RE 7 "Rhein-Münsterland-Express" mit 9 Lokomotiven der Baureihe 112 auf der Strecke Münster - Hamm - Hagen mit eineinen Gesamtinvestitionsvolumen von 42 Mio. € erreicht werden.

Ein ganz zentraler Verhandlungsgegenstand war die Festlegung und Einhaltung der Qualitätsstandards mit entsprechenden Sanktionen. Konkreter als bislang wurden festgelegt:

  • in einer Staffelung die Pünktlichkeitswerte 92 % bei 5 Minuten bis 2010 danach 92 % bei 3 Minuten,
  • die genaue Vorgabe der Zugbildung hinsichtlich der Regelfahrzeuge und der Mindestsitzplatzkapazitäten,
  • die Zugbegleiterquote von 20 % durchschnittlich für die Züge,
  • die Ersatzleistungen bei Zugausfällen sowie die Regelungen zum Vertrieb an Verkaufsstellen und Automaten.

    Die DB Regio NRW verpflichtet sich kontinuierliche Nachweise zu liefern. Zusätzlich wird es jährlich ein Kundenmonitoring mit Befragungen der Fahrgäste geben, die auch subjektiv gemessene Aussagen zu Qualitätsstandards bezüglich des Fahrzeugzustands, Fahrgastinformation im und am Zug und an Stationen sowie zu Sicherheit, Service sowie zum allgemeinen Zustand der Stationen ermöglichen.

    Bei Nichterfüllung der festgelegten Standards sind fest definierte Abzüge der Fahrbetriebskosten, bezogen auf das jeweilige Gesamtvolumen des Jahresfahrplans, vereinbart. Zusätzlich werden bei Nichterbringung der Verkehrsleistungen wie Zugausfällen, außer bei Busersatzverkehren, ebenfalls Mittel einbehalten. Hiervon sind erfahrungsgemäß im ZRL ca. 30.000 bis 40.000 Zugkm im Jahr betroffen.

    Das Ergebnis des Verkehrsvertrages ist Spiegelbild der finanziellen Rahmenvorgaben für den Schienenverkehr in NRW. Noch weitergehende oder höher vereinbarte Standards hätten zwangsläufig die Betriebsleistungen verteuert, so dass der Umfang der Betriebsleistungen des Fahrplanjahres 2003 nicht mehr hätte erhalten werden können. Vor diesem Hintergrund haben die westfälischen Zweckverbände einen kompromissfähigen Weg gefunden, damit auch die vereinbarten Sanktionen ihre Wirkung entfalten können. Im Vergleich zu anderen Verträgen mit DB Regio NRW ist hier durchaus ein Optimum zwischen Reglementierungen und Kontrollaufwand gefunden worden. Aus Sicht beider Vertragspartner muss dieser Vertrag im Sinne der Fahrgäste jetzt gelebt werden.

    Das Vertragsvolumen im Gesamtwert von ca. 400 Mio.€ umfasst für den ZRL über die 11-jährige Gesamtlaufzeit unter Berücksichtigung der künftig in Wettbewerbsverfahren vergebenen Leistungen lediglich 47 Mio. Zugkm. von insgesamt 115 Mio. Zugkm (Leistungsvolumen des DB-Vertrages in Westfalen gesamt 140 Mio. Zugkm im Gesamtwert von 1,117 Mrd. €). "Um diesen Vertrag erfüllen zu können, so der Verbandsvorsteher Winfried Stork, müssen auch die finanziellen Rahmenbedingungen für den SPNV in NRW unbedingt stabil bleiben. Die westfälischen Zweckverbände haben mit dem erfolgreichen Weg der stetigen Angebotsverbesserungen seit 1998 bis 2003 (Ausweitung des Bahnverkehrs im ZRL um 40 %) ein Zeichen gesetzt und auch bei den Fahrgästen erheblichen Zuspruch erfahren, den man jetzt durch diesen Vertrag und durch Wettbewerb auch langfristig ausbauen möchte".

  • Fahrplan- und Tarifauskunft

    Ansprechpartner

    Zweckverband Ruhr-Lippe

    Uli Beele
    Friedrich-Ebert-Straße 19
    59425 Unna
    Telefon: 02303 25316-12
    Telefax: 02303 25316-99
    E-Mail: beele@zrl.de