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Erste Bilanz Bus-Schiene-Gemeinschaftstarif

Erste Bilanz nach anderthalb Jahren des Bus-Schiene-Gemeinschaftstarifs

Im Mai 2000 startete der Gemeinschaftstarif für Bus und Bahn (Ruhr-Lippe-Tarif). Mit einem Geltungsbereich von circa 6.000 Quadratkilometern durch die Berücksichtigung der tariflichen Übergangsregelungen, insbesondere zu den Oberzentren Dortmund, Hagen, Münster und Paderborn, ist das größte Tarifgebiet in Nordrhein-Westfalen entstanden. Mit der Tarifkonzeption, die unter Berücksichtigung einer Verkehrserhebung im Schienenverkehr und den Verkaufsstatistiken der Busunternehmen entwickelt wurde, können mehr als 90 Prozent der Fahrten im Raum Ruhr-Lippe sowie in die angegliederten Tarifkragen mit dem VRL-Tarif abgewickelt werden.

Auch wenn der Tarifkonzeption umfangreiche Kalkulationen zugrunde lagen, wurden die Auswirkungen der Tarifeinführung mit Spannung erwartet. Wird der Ruhr-Lippe-Tarif von den Fahrgästen angenommen und stellt er sich für die Verkehrsunternehmen mit ausgeglichener Einnahmebilanz dar?

 

Erste Ergebnisse der Verkehrsunternehmen liegen vor

Beide Fragestellungen können positiv beantwortet werden. Eine im Frühjahr 2001 durchgeführte Verkehrserhebung hat festgestellt, dass durchschnittlich 20 % mehr Fahrgäste die Züge im Raum Ruhr-Lippe benutzen. Neben den zwischenzeitlich umgesetzten Fahrplanverbesserungen ist diese Entwicklung sicherlich auch auf den Ruhr-Lippe-Tarif zurückzuführen.

Auch wenn die Verkaufszahlen der Verkehrsunternehmen noch keine abschließende Ergebnisse zulassen, lässt eine erste Jahresauswertung der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe Trendaussagen zu. Unter Berücksichtigung der Startfinanzierung des Zweckverbandes – der ZRL unterstützt die Tarifeinführung in den ersten fünf Jahren im Rahmen eines Abschmelzmodells mit circa 2,3 Millionen Euro – wurde eine ausgeglichene Einnahmebilanz erreicht, obwohl dabei die mit der Tarifeinführung verbundenen erheblichen einmaligen Startkosten (zum Beispiel für Marketing und Vertrieb) berücksichtigt wurden.

 

Tarif wird weiter entwickelt

Neben kleineren erforderlichen Anpassungsmaßnahmen wurden bereits auch positive Weiterentwicklungen vorgenommen. So konnten zum Beispiel ergänzende Regelungen zur Nutzung des Firmen-Tickets eingeführt werden. Weiterhin wurde durch eine Neustrukturierung der Geltungsbereiche der Fun-Karte (nur noch zwei Preisstufen) die Transparenz und die Nutzungsmöglichkeiten für Jugendliche verbessert.

Im Hochsauerlandkreis wurde eine weitere Tarifbesonderheit beseitigt. Bis zum 31. Juli 2001 mussten Fahrgäste in den Städten Brilon, Marsberg und Schmallenberg teilweise für eine Fahrt innerhalb der Ortschaft die Preisstufe 4 bezahlen. Zum 1. August 2001 wurde diese tarifliche Besonderheit beseitigt, so dass auch hier nur noch maximal die Preisstufe 3 zur Anwendung kommt. Der ZRL unterstützt auch diese Tarifmaßname mit circa 140.000 Euro in den nächsten fünf Jahren.

Im Sauerland bieten viele Städte und Gemeinden allen Feriengästen die "Sauerland-Card" an. Damit kann man zum Nulltarif kreuz und quer durch den Hochsauerlandkreis und den Kreis Soest fahren. Dieses bisher nur im Bus gültige Tarifangebot gilt ab dem 1. Januar 2002 zusätzlich auch im Bahnbereich auf den Schienenstrecken im Hochsauerlandkreis und im Kreis Soest. Damit wird auch das letzte Tarifangebot des VRL-Tarifes für Schienenfahrgäste geöffnet.

 

Landesweite Tarifangebote werden interessanter

Große Bedeutung für den Raum Ruhr-Lippe hatte auch die Einführung des "SchönerTagTicketsNRW" zum 1. Oktober 2001. Dieses neue Tarifangebot vereinfacht die Fahrten über die Grenzen der Verbundtarife hinaus enorm. Fünf Personen können für 25 Euro kreuz und quer durch Nordrhein-Westfalen (NRW) mit einem Ticket Bus und Bahn fahren. So werden auch Fahrten aus dem Raum Ruhr-Lippe zum Beispiel ins zentrale Ruhrgebiet oder nach Düsseldorf im Nahverkehr deutlich interessanter. Das Ticket ist montags bis freitags ab 9 Uhr – an Feiertagen des Landes NRW in der Woche sogar bereits ab 0 Uhr – gültig.

Ohne Frage sind die Tarifüberlegungen für den Raum Ruhr-Lippe und für NRW noch nicht am Ende. Im September 2001 hat auch das Land NRW eine neue Diskussion über die Tariflandschaft in NRW eröffnet. Der Zweckverband Ruhr-Lippe unterstützt dabei die Forderungen des Landes, im Rahmen eines dualen Systems oberhalb der Verbundtarife einen landesweiten Regionaltarif zu schaffen. Auch eine Angleichung der Tarif- und Beförderungsbestimmungen der insgesamt neun Verbundtarife in NRW sollte angestrebt werden, um unterschiedliche Regelungen beispielsweise bei den Kinderaltersgrenzen zu harmonisieren.

 

Zusammenlegung von Regionaltarifen ist nicht fahrgastfreundlich

Die vom Land NRW in die Diskussion gebrachte Zusammenlegung der Tarife Münsterland, Ruhr-Lippe und Westfalen Süd ist für einen attraktiven Nahverkehr nicht zielführend, weil diese Relationen außerhalb der ohnehin eingeführten Kragenlösungen kaum nachgefragt werden. Weiterhin sieht der ZRL die Gefahr, dass die jetzt sehr fahrgastfreundlichen Tarifregelungen aus dem Raum Ruhr-Lippe nach Dortmund und Hagen oder aus dem VRR-Raum in den Kreis Unna in Frage gestellt werden könnten.

Fahrplan- und Tarifauskunft

Ansprechpartner

Zweckverband Ruhr-Lippe

Uli Beele
Friedrich-Ebert-Straße 19
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