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Rubrikgrafik Aktuelles

Tarifsystem Nordrhein-Westfalen

Zweistufiges Tarifsystem in Nordrhein-Westfalen

In den letzten Tagen ist auf Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen die Diskussion um neue Verbundtarife auch in der Region Westfalen entstanden und hat bei den Fahrgästen zu einigen Missverständnissen geführt.

Der Verkehr von Dortmund nach Unna, als die neue Schnittstelle der Tarife, könnte ein neues Problem für die Fahrgäste werden, wurde berichtet. Dieser Übergang zwischen dem Raum Ruhr-Lippe und dem VRR ist bereits seit mehr als 20 Jahren geregelt und soll auch künftig keine Änderung erfahren. Hier gilt schlichtweg der VRR-Tarif.

Seit Mai 2000 gelten in Nordrhein-Westfalen (NRW) flächendeckend Verbundtarife. Damit ist eine wesentliche Zielsetzung der Regionalisierung des Nahverkehrs in NRW erreicht worden, Bus- und Bahn zu einem Tarif zusammenzufassen. Die positiven Auswirkungen dieser Tarifreform, so Winfried Stork, Verbandsvorsteher des ZRL, haben sich im Raum Ruhr-Lippe sowohl in der Fahrgastentwicklung mit 20 % mehr Fahrgästen im Schienenverkehr, als auch in einer ausgeglichenen Tarifbilanz für die Verkehrsunternehmen bemerkbar gemacht. Dieses Ergebnis wurde erzielt, ohne dauerhafte Tarifstützungsmaßnahmen durch die Mitglieder des Zweckverbandes, der Stadt Hamm und der weiteren vier Kreise, finanzieren zu müssen.

Die derzeitige Tarifkonzeption basiert auf einer Fahrgasterhebung im Schienenverkehr, so dass für die Bevölkerung des Raums Ruhr-Lippe ein maßgeschneiderter Tarifraum entstehen konnte. Burkhard Bastisch, Geschäftsführer des ZRL, betont, dass besonders großer Wert darauf gelegt wurde, mit der Tarifeinführung auch die Verbindungen zu den Nachbarräumen im Ruhr-Lippe-Tarif zu gestalten. Für Berufspendler in Richtung östliches Ruhrgebiet ist mit den Übergängen nach Dortmund und Hagen eine sehr gute Lösung im Ruhr-Lippe-Tarif entstanden. Auch zu den anderen Nachbarräumen Münsterland, Paderborn-Höxter und Westfalen Süd sind gleichzeitig attraktive Übergangslösungen geschaffen worden, die keinen eigenen Tarif erforderlich machen. Somit können mehr als 90 % aller Fahrten im Raum Ruhr-Lippe heute im reiner Binnenverkehr abgewickelt werden.

Eine vom Land NRW gewünschte Zusammenlegung der Tarife Münsterland, Ruhr-Lippe und Westfalen Süd zu einem neuen Tarifraum macht aus Fahrgastsicht relativ wenig Sinn und ist für einen attraktiven Nahverkehr in NRW nicht zielführend, weil diese Relationen (beispielsweise von Rheine nach Siegen) überhaupt nicht nachgefragt werden. Ob damit die Tarifierung aus dem Raum Ruhr-Lippe nach Dortmund und Hagen so einfach erhalten bleibt, kann bei dem Vorschlag der drei "NRW-Tariffenster" für die vom Land NRW geforderten neuen Verbundtarife keiner sagen.

Viel wichtiger ist aus Sicht des ZRL die Durchlässigkeit der Tarife in das gesamte Ruhrgebiet bis hin zur Rheinschiene mit den Zentren Köln, Düsseldorf, Duisburg und Oberhausen. Hier unterstützt der ZRL die Bemühungen des Landes NRW, einen attraktiven NRW-Regionaltarif einzuführen, der alle Übergangslösungen in NRW umfassen soll. Erste Schritte in diese Richtung sind das NRW-Plusticket und seit Oktober 2001 die NRW-Tageskarte "Schöner-Tag-Ticket" für 50 DM. Dieses Angebot muss in seinen Fahrkartenarten insbesondere auch für Fernpendler ausgebaut werden.

Das von allen Zweckverbänden in NRW geforderte duale Tarifsystem stellt sicher, dass die derzeitigen siedlungs- und raumstrukturellen Besonderheiten der neun Verbundtarife gekoppelt mit einem einheitlichen landesweiten NRW-Tarif im Sinne der Fahrgäste weiterentwickelt werden kann. Ein landesweiter NRW-Tarif hätte auch den Vorteil, dass der Haustarif der Deutschen Bahn AG (DB AG) innerhalb von NRW entbehrlich wäre. Damit könnten auch die Probleme der Tarife zwischen DB AG und neuen Betreibern auf heute vielen Nebenstrecken ebenfalls der Vergangenheit angehören.

Selbstverständlich müssen sich auch die heutigen Verbundtarife noch fahrgastfreundlicher werden. Dies gilt vor allem für die Vereinheitlichung der Tarifbestimmungen und für die Harmonisierung der Tarifangebote. Hierfür tritt der ZRL uneingeschränkt ein und unterstützt die Bemühungen des Landes NRW.

Fahrplan- und Tarifauskunft

Ansprechpartner

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Friedrich-Ebert-Straße 19
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