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Jahresbericht 2000

Jahresbericht 2000

Am 02. Februar 2001 wurde der Jahresbericht 2000 des ZRL in Unna vom Zweckverbandsvorsteher Winfried Stork, seinem Stellvertreter Gerd Achenbach und dem Geschäftsführer des ZRL, Burkhard Bastisch, vorgestellt.

 

Gemeinschaftstarif – wichtiger Meilenstein für den Raum Ruhr-Lippe

Winfried Stork zog Bilanz der letzten fünf Jahre ZRL und hob hervor, dass mit der Einführung des Gemeinschaftstarifs für Bus und Bahn der Verkehrsraum Ruhr-Lippe erhebliche Bedeutung in Westfalen erlangt hat, da es mit dem Start des Ruhr-Lippe-Tarifs direkt gelungen ist, das östliche Ruhrgebiet mit den Oberzentren Dortmund und Hagen zu verbinden. Dies sei besonders wichtig für das Sauerland, die Hellwegregion, den Märkischen Kreis und für die Städte des Kreises Unna ohne VRR-Tarif sowie für die Stadt Hamm gewesen. 2,6 Millionen Einwohner wohnen jetzt im flächenmäßig größten Tarifraum in NRW. Ziel ist es, diesen Tarif schrittweise weiter für die Fahrgäste zu verbessern und möglichst auch die touristische Region Willingen in Nordhessen in den Tarif miteinzubeziehen.

 

Programm zur Ausstattung der Bushaltestellen und Bahnhöfe: Tarif- und Linieninformationen vor Ort

Wichtig sei weiterhin, den Ruhr-Lippe-Tarif den Fahrgästen auch an den Haltestellen und Bahnhöfen näher zu bringen, betonte Gerd Achenbach. Im Kreis Unna ist ein Pilotprojekt in der Stadt Unna mit Unterstützung des ZRL, des Kreises Unna und der VKU gestartet worden, alle Haltestellen mit dem Liniennetzplan und Tarifinformationen auszustatten. Dieser neu entwickelte Standard soll in den nächsten beiden Jahren auch auf die anderen Städte im ZRL ausgedehnt werden. Die Reaktion der Fahrgäste hierauf ist laut einer Umfrage sehr positiv. Der ZRL hat mit der Deutschen Bahn AG (DB AG) ein Vitrinenprogramm für die Bahnhöfe entwickelt und wird dort den Systemfahrplan "Bus und Bahn in einem Plan" und diese Tarifinformation aushängen können.

Wichtige Themen des Jahres 2000 wurden von der Geschäftsstelle des ZRL vorgestellt:

 

Fahrplan 2001: Wegfall der InterRegio-Linie 22 erfordert neues Konzept auf der Ruhr-Sieg-Strecke

Der Wegfall der Interregio-Linie 22 Frankfurt – Düsseldorf auf der Ruhr-Sieg-Strecke soll im Nahverkehr zu einem neuen Angebot führen. Der IR soll durch einen stündlichen RE Essen – Hagen – Siegen ersetzt werden. Diese Linie hält zwischen Hagen und Finnentrop an allen Bahnhöfen. Im ZRL werden Letmathe, Altena, Werdohl und Plettenberg Regelhalte. Die heute verkehrende stündliche RB 91 wird zunächst nur zweistündlich verkehren. Diese Linie erhält in Siegen den Anschluss an einen neuen RegionalExpress nach Frankfurt. Auf der neuen Linie wird der beschleunigungsstarke Triebwagen ET 425 eingesetzt. Die Linie nach Iserlohn endet deshalb künftig in Hagen und wird mit dem neuen, kleineren Triebwagen ET 426 ausgestattet. Linienführung und Fahrzeug werden zur Stabilität des Fahrplans beitragen. Iserlohn hatte im letzten Jahr am meisten unter Zugausfällen zu leiden.

Weitere kleinere Verbesserungen auf den Abschnitten Hagen – Hamm (mehr Züge am Wochenende), Hamm – Münster (Anpassungen am Wochenende und in den Abendstunden) sowie auf der Oberen Ruhrtalbahn befinden sich noch in der Abstimmung und Prüfung zum Fahrplanwechsel Juni bzw. Herbst 2001.

 

Qualität im Schienenpersonennahverkehr etwas besser geworden

Mit dem Einsatz weiterer neuer Fahrzeuge zum Ende des Jahres 2000 besteht die Chance, dass der Fahrplan stabiler und zuverlässiger werden kann. Nach der EXPO wurden weitere Doppelstockwagen auch auf der Linie RE 7, Rhein-Münsterland-Express, Düren – Köln – Hagen – Hamm – Münster, und auf der Linie RE 11, Westfalen-Express, Düsseldorf – Dortmund – Hamm – Bielefeld, eingesetzt. Im Probebetrieb befindet sich der ET 425 zwischen Essen, Hagen und Iserlohn. Auf der Hönnetalbahn wird zudem – überraschend für den ZRL – der neue VT 640 eingesetzt, der im Schüler- und Berufsverkehr in Doppeltraktion gefahren werden muss. Hier sind noch nicht alle Anfangsprobleme beseitigt.

Die Pünktlichkeit konnte mit 91,5 % aller Züge gegenüber dem Vorjahr mit 89,6 % etwas verbessert werden. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war die Linienverlängerung des RE 4 nach Münster, der mit entspannterer Fahrlage wesentlich pünktlicher geworden ist. Allerdings traten im Herbst (Oktober bis Dezember 89,1 % gegenüber dem Vorjahr mit 85,1 %) wie in den vergangenen Jahren die Verspätungen wieder massiver auf. Dringend benötigte Ersatzzüge beziehungsweise Ersatztriebwagen zum Beispiel auf der Oberen Ruhrtalbahn konnten im Herbst von der DB AG leider nicht gestellt werden.

Auch die Zahl der Zugausfälle ist noch nicht zufriedenstellend, durchschnittlich fallen im Monat ca. 3.000 Zugkilometer aus. Darüber hinaus konnte der ZRL erstmalig die Waggonausfälle dokumentieren. Bei dem 5-Wagen-Zug des RE 7 fiel zu 75 % ein Wagen aus. Wegen der Qualitätsmängel insgesamt wird der ZRL mindestens 150.000 DM bei der DB AG in Verrechnung bringen.

 

Ausbauvertrag für die Obere Ruhrtalbahn in Vorbereitung

Im ÖPNV-Ausbauplan ist die Obere Ruhrtalbahn für den Ausbau von Neigetechnikzügen als vordringlich eingestuft. Die Detailplanungen beim Geschäftsbereich Netz der DB AG konnten noch nicht aufgenommen werden, da die Förderzusage des Landes noch fehlt. Außerdem verzögerte sich der Einsatz der zwölf Fahrzeuge der Baureihe VT 612 wegen der Pannenserie des Vorgängermodells in Rheinland-Pfalz. Nun sollen diese Fahrzeuge Ende 2001 bereitgestellt werden. Das Land beabsichtigt im Jahr 2001 mit allen Beteiligten eine vertragliche Vereinbarung zum Ausbau der Strecke abzuschließen.

Kurz vor Jahresende konnte von Seiten des Landes ein Bahnhofsprogramm NRW zum Ausbau der Infrastruktur auf den Weg gebracht werden. Im Raum Ruhr-Lippe profitieren hiervon einige Bahnhöfe der Hellweg-Strecke sowie der Bahnhof Werne. Die vom ZRL mit Priorität vorgesehenen Verbesserungsmaßnahmen an den Bahnhöfen der Ruhr-Sieg-Strecke fanden wegen der sehr hohen Kostenschätzungen der DB AG bisher keine Berücksichtigung.

 

Vorbereitungen auf den Wettbewerb im Schienenpersonennahverkehr aufgenommen

Die bestehenden Verkehrsverträge laufen im Jahr 2003 beziehungsweise 2004 aus. Gemeinsam mit den Nachbarzweckverbänden Rhein-Ruhr und Münsterland stimmt der ZRL zur Zeit das weitere Vorgehen für den Wettbewerb im SPNV ab. Für die Ausschreibung von Leistungen bieten sich die Teilnetze Dortmund Nord mit der Strecke Dortmund – Lünen – Coesfeld – Gronau – Enschede und Dortmund Süd mit den Strecken Dortmund – Lüdenscheid, Dortmund – Iserlohn und Unna – Neuenrade an. Die Entscheidungen über den Umfang der Ausschreibungen werden 2001 festgelegt.

Fahrplan- und Tarifauskunft

Ansprechpartner

Zweckverband Ruhr-Lippe

Uli Beele
Friedrich-Ebert-Straße 19
59425 Unna
Telefon: 02303 25316-12
Telefax: 02303 25316-99
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