Hauptmenue
Rubrikgrafik Aktuelles

Schlechte Qualität der DB AG

ZRL kritisiert die schlechte Qualität der Deutschen Bahn AG

Zugausfälle auf dem Niveau eines katastrophalen Vorjahres, kaum verbesserte Pünktlichkeit und mittlerweile über 8.800 ausgefallene Waggons sind die Zwischenbilanz des ZRL zur Qualität des Nahverkehrsangebotes der Deutschen Bahn AG im Raum Ruhr-Lippe. Dies wurde auch von den Vertretern der Verbandsversammlung des ZRL am 12. Dezember 2000 in Haus Opherdicke massiv kritisiert.

 

Unverändert viele Zugausfälle

Während schon im Jahr 1999 mit circa 43.300 Zugkilometer (Zkm) nahezu eine Verdoppelung der Zugausfälle gegenüber 1998 (22.150 Zkm) zu verzeichnen war, liegt die Deutsche Bahn AG (DB AG) mit 32.500 Zkm (Januar bis Oktober 2000) auch dieses Jahr wieder im Trend des Vorjahres. Etwa 0,5 % aller Zugkilometer sind damit in diesem Jahr ausgefallen. Trotz eines jahreszeitlich üblichen Anstiegs der Ausfälle im Herbst, war der Oktober 2000 der Monat mit den bisher meisten Zugausfällen seit Beginn der Messungen im Jahr 1996. Am häufigsten betroffen hiervon ist die Stadt Iserlohn, wo sowohl nahezu täglich Züge zwischen Letmathe und Iserlohn ausfallen, und mittlerweile – aufgrund defekter Dieseltriebwagen immer häufiger – auch die Züge von und nach Schwerte. Dabei sind die Hauptausfallursachen nicht die oftmals zitierten Witterungseinflüsse (nur 5 % aller Ausfälle zwischen Mai und Oktober 2000), Selbstmorde (6 %) oder Fremdeinwirkungen (8 %), sondern Fahrzeugschäden (49 %) und Störungen der Gleisinfrastruktur (12 %). Hier zeigt sich der dringend notwendige Nachholbedarf an Investitionen in neue Fahrzeuge und die Erhaltung der Gleiseinfrastruktur.

 

Hohe Unpünktlichkeit insbesondere von Dortmund nach Hamm

Auch wenn die durchschnittliche Pünktlichkeit (0 bis 5 Minuten Verspätung) im ZRL in den Monaten Januar bis November 2000 mit 91,7 % um ca. 1,2 % besser als zum gleichen Zeitpunkt 1999 ist, so ging auch dieses Jahr ab September die Pünktlichkeit deutlich zurück (aktueller Wert 01. bis 07. November 2000: 86,4 %). Verspätungsanfälligster Abschnitt ist die Strecke von Dortmund nach Hamm. Alle drei der hier verkehrenden Linien RE 1 bzw. RE 11, Aachen – Düsseldorf – Bielefeld, und RE 3, Mönchengladbach – Gelsenkirchen – Dortmund – Hamm, liegen zum Beispiel im November noch deutlich unter dem aktuellen Monatsdurchschnitt. So kamen im November nur 64,4 % aller RE 1 aus Richtung Dortmund in Hamm pünktlich an.

Sowohl von den Zugausfällen als von der Pünktlichkeit her ist somit im ZRL-Raum von der zuvor auch von der DB AG angekündigten "Herbstoffensive" wenig zu spüren. Deutlich pünktlicher sind die Linien RE 4, Aachen – Hagen – Hamm – Münster, (13,5 % pünktlicher als 1999) und RE 1 von Bielefeld nach Hamm (3,8 % pünktlicher als 1999), die Ursachen hierfür liegen in den längeren Wendezeiten der Züge an den Linienendpunkten seit dem Fahrplanwechsel im Juni 2000.

 

Waggonausfälle in dramatischer Höhe

Ebenfalls kritisierte die Verbandsversammlung des ZRL die zum Teil permanenten Ausfälle von Waggons auf einigen Linien. Trotz bestehenden Vertrags mit der DB AG fuhren so zum Beispiel nur 42,1 % aller Züge des RE 7, Düren – Köln – Hagen – Hamm – Münster, mit der vereinbarten Anzahl von fünf Waggons. Insgesamt summiert sich die Anzahl von der DB AG selbst gemeldeten Sitzplatzausfälle im Raum Ruhr-Lippe auf mittlerweile ca. 830.000 Plätze bzw. ca. 8.900 fehlende Waggons! Hier ist der Zweckverband nicht mehr bereit, dies tatenlos mit anzusehen. Zusammen mit den Nachbarzweckverbänden will man hier der DB AG massiv Druck machen.

 

Verstärkte Kundeninformation im Störfall notwendig

Gleichzeitig, so der Appell des ZRL an die Bahn, müssen insbesondere im Störungsfall die Fahrgäste in den Zügen und an den Bahnhöfen (besser) informiert werden. Im Zeitalter zunehmender Information können nicht die Fahrgäste genau dann, wenn im Verspätungsfall oder beim Zugausfall eben mehr Informationen notwendig sind, dem Einzelengagement einzelner Bahnmitarbeiter ausgeliefert sein.

 

Obere Ruhrtalbahn Sorgenkind am Wochenende

Zugausfälle, speziell an Wochenenden auf der Oberen Ruhrtalbahn, Schwerte – Arnsberg – Meschede – Warburg, treffen die Fahrgäste besonders hart. Zudem waren die Züge der Linie RE 17, Sauerland-Express, Hagen – Warburg – Kassel, besonders sonntags nachmittags zum Teil so überbesetzt, dass einige Fahrgäste erst mit dem folgenden Zug mitfahren konnten. Mehr als die eingesetzten sechs Waggons können jedoch nicht verkehren, da ansonsten der Taktfahrplan nicht mehr eingehalten werden kann. Kurzfristige Abhilfe konnte die DB AG bisher nicht in Aussicht stellen.

Fahrplan- und Tarifauskunft

Ansprechpartner

Zweckverband Ruhr-Lippe

Uli Beele
Friedrich-Ebert-Straße 19
59425 Unna
Telefon: 02303 25316-12
Telefax: 02303 25316-99
E-Mail: beele@zrl.de